16 Feb
Interview mit Morgaine
Posted by Daniel Suckrow

Morgaine ist eine vegane Aktivistin und Sängerin mit sehr viel Herz und Mitgefühl für Mensch, Natur und Tier. Sie setzt sich für Tier-und Menschenrechte ein und möchte somit die Welt verbessern. Ihre Songs sind herzergreifend und berühren die Herzen von tausenden Menschen. nachfolgend das Interview



Was treibt dich dazu an auf die Straßen zu gehen und friedlich zu protestieren?

Der Wunsch nach einer besseren Welt, für alle Lebewesen auf Erden. Der Wunsch nach Frieden und wirklicher Freiheit, nach Veränderung und einem ganzheitlichen Wandel. Ich habe die Vision von einer Welt, in der alle Menschen und Tiere glücklich und gemeinsam in Frieden leben können. Eigentlich wollen die Meisten das, es gibt nur ein paar wenige „Verrückte“, die kein Interesse an Frieden und einer Bewusstseinserweiterung der Menschen haben.
Die Säulen des jetzigen Systems, welches nur auf Ausbeutung, Missbrauch und Gewalt aufgebaut ist, sind nicht daran interessiert, dass die Menschen frei und voll in ihrer eigenen Kraft und ihren Potentialen leben.
Und friedlicher Protest ist das Wichtigste, denn durch Gewalt kann nie etwas Gutes entstehen.
Die Menschen müssen verstehen, dass sie mächtig sind und dass ohne uns das Ganze nicht funktionieren würde. Wir dürfen einfach aussteigen aus dem Kreis und einen Neuanfang wagen.
Die Zeit ist reif dafür und wir brauchen keine Angst zu haben. Der Wandel darf in Liebe passieren, das ist die stärkste Kraft überhaupt.


Warum denkst du, ist die Gesellschaft heute so wie sie ist?

Ich glaube dass wir Menschen, in unserem eigentlichen Sein, ganz wundervolle Wesen mit unglaublich tollen Fähigkeiten sind, die wir durch das herrschende System und dessen bewusste „Formung“ einfach verlernt haben.
Ich denke, dass es gewollt ist, dass wir Menschen immer mehr unsere Empathie verlieren,
dass wir vergessen haben, wer wir sind und woher wir kommen. Wir sollen funktionieren und nichts kritisch hinterfragen. Außerdem macht einen das ja auch alles krank, die Gesellschaft musste so abstumpfen, sonst würde alles zusammenbrechen. Wer würde das alles ertragen können? 40-60 Stunden in der Woche zu arbeiten ist nicht natürlich, in Betonklötzen zwischen Betonwegen in Betonstädten zu leben ist nicht natürlich – wir haben den Zugang und die Verbindung zu Mutter Erde total verloren. Das, was uns nährt, uns Energie gibt -die Natur- dazu hat der Normalbürger in der Regel keinen Kontakt. Auch dass spirituelle Menschen oft als „Esotheriker“, „Verschwörungstheoretiker“ oder Spinner beschimpft und verpottet werden, zeigt auch, dass diese Verbindung, die wir eigentlich zum Universum, zur Erde, zur Sonne und dem Mond haben, unterdrückt und gebrochen werden soll.


Hast du schon immer gespürt, dass etwas nicht stimmt und dagegen was getan werden muss oder hat ein bestimmtes Erlebnis in deinem Leben deine Denkweise zu bestimmten Dingen verändert?

Bei mir war das eigentlich schon immer so, auch im Kleinkindalter, dass ich gespürt habe, dass auf der Welt vieles ungerecht abläuft und dass ich etwas für eine positive Veränderung tun will.
Das klingt vielleicht komisch, aber ich habe in meiner Kindheit schon gewusst/gespürt, dass ich später einmal in einer großen Friedensbewegung aktiv sein werde, und mir damit auch nicht nur Freunde machen werde. Aber ich fühlte schon immer sehr stark den Wunsch nach Gerechtigkeit und nach einer besseren Welt in mir und dafür würde ich auch alles geben.

Natürlich habe ich als Kind noch nicht geahnt, wie menschenverachtend, wie perfide und wie gestört das alles abläuft – sei es jetzt in der Politik, der Wirtschaft, der Kirche, den einzelnen Logen, Geheimdiensten, oder bei den Machteliten.
Es ist sehr schwer, das alles zu durchschauen und zu verstehen, auch für mich. Auch ich bin nicht allwissend und verstehe vieles nicht.
Ein Erlebnis, das ich mit 18 Jahren hatte, war für mich jedoch noch ein letzter Anstoß, welcher meiner Denkweise sozusagen noch den „letzten Schubs“ gegeben hat.
Wie man aus einigen Interviews von mir lesen/hören kann, wurde ich beinahe mein ganzes Leben lang von meinem Großvater sexuell missbraucht. Ich gehe offen damit um, weil ich es sehr wichtig finde bei Unrecht nicht zu schweigen und weil ich anderen Mut machen möchte, das gleiche zu tun.
Mein Großvater war ein sehr ranghoher Polizist mit gutem Ansehen, er war der Leiter eines großen Reviers und hatte einen sehr guten Ruf. Mit 18 habe ich ihn angezeigt. Das ganze Verfahren verlief sehr eigenartig, er wurde sehr bevorzugt behandelt und in Schutz genommen. Genaueres kann man darüber in dem Interview mit Marsili Cronberg erfahren. Auf jeden Fall habe ich in diesem Moment das letzte Vertrauen in den Staat und in das System verloren.


Wie stellst du dir eine Welt vor, in der es keine Oppositionen, keinen Hass, kein Neid etc. gibt? Wäre dies überhaupt möglich?

Wie schon gesagt, für mich sind die Menschen in ihrem eigentlichen Sein wundervolle Geschöpfe und Wesen, die das nur vergessen haben. Ich denke, wenn wir in einer menschenfreundlichen Welt, mit einem ganzheitlichen System, das nach den Bedürfnissen und natürlichen Potentialen der Menschen ausgerichtet ist, leben würden, dann wäre das auf jeden Fall möglich. Ich weiß, was für mich selbst am besten ist. Dazu brauch ich keinen Staat, der über mich und mein Leben bestimmt.
Damit ein solches System, bzw. eine solche Welt möglich ist, benötigen wir einen kollektiven Bewusstseinssprung, der ja auch momentan schon stattfindet und immer präsenter wird. Deswegen werden Menschen, die z.B. für Frieden, Liebe, etc. einstehen oder auf die Straße gehen, so vom Establishment bekämpft...weil dieses Angst vor einer positiven Veränderung hat.


Die Medien verbreiten deiner Meinung nach Lügen und sind zensiert. Welche Absicht verfolgen dabei die Medien?

Na ja, nicht alle Medien tun das, man sollte nie verallgemeinern, sondern immer differenzieren.
Aber die meisten Medien gehören ja zu ganz wenigen, großen Nachrichtenagenturen, welche die Nachrichten bereitstellen und die Medien schreiben dann eigentlich nur noch ab. Dewegen steht ja auch fast überall das Gleiche drin, zumindest vom Inhalt her. Hinzukommt, dass viele Journalisten und Herausgeber von Zeitungen bspw. in sogenannten „Think Tanks“ sitzen, in denen dann z.B. Konzerninteressen, NATO-Interessen usw. vertreten werden. In „die Anstalt“ wurde das im letzten Jahr sehr schön aufgegriffen und in einer Grafik dargestellt.

Also objektiv und ehrlich sind die Medien leider nur in den seltensten Fällen.
Natürlich sind Medien immer ein Instrument der Meinungsmache/-manipulation der Bürger und werden hauptsächlich zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung benutzt.
Die eigentliche Aufgabe, nämlich die Menschen ehrlich, objektiv und sachlich über Dinge und Geschehnisse zu informieren, geht hierbei leider verloren.
Es geht immer um Geld, Rohstoffe und Macht...und um das zu erlangen, sind Medien ein wunderbares Instrument. Ohne Medien und deren „Propaganda“ wären Kriege und Militärschläge vermutlich nicht in diesem Maße möglich, wie sie heute stattfinden.


Leo Tolstoy sagte einmal: “Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben“. Stimmst du mit dieser Aussage überein?

Ja, absolut. Ich denke, dass das, was in den Schlachthöfen passiert, nur ein Spiegel ist, für das Kollektiv und wie wir Menschen uns verhalten. Es spielt für mich keine Rolle, ob wir Massen an Tieren abschlachten, oder ob wir das mit Menschen tun – beide sind fühlende, empfindsame Lebewesen und beide wollen leben.
Und solange wir keine Probleme damit haben, Morde an Tieren zu begehen, werden wir auch keine Probleme damit haben, Menschen zu töten. Es geht um Empathie und um Mitgefühl. Diese beiden Qualitäten dürfen wir wieder mehr in unser Leben integrieren. Das Bewusstsein für den Wert eines nichtmenschlichen Lebens ist quasi nicht vorhanden. Da dürfen wir unsere Einstellung überdenken und uns weiterentwickeln, hin zu einer achtsameren und liebevolleren Gesellschaft.


Du lebst seit mehreren Jahren vegan und setzt dich für den Tierschutz ein. Was sind deine größten Überzeugungen, dass Tiere dem Menschen nicht dienen?

Genau, ich lebe seit 3 Jahren vegan und habe davor 3 Jahre lang vegetarisch gelebt.
Ich setze mich jedoch nicht für „Tierschutz“, sondern für „Tierrechte“ ein. Das ist ein großer Unterschied, denn im Tierschutz geht es lediglich darum, die Bedingungen in der Haltung, im Schlachthof etc. für die Tiere "besser" zu gestalten. Bei den Tierrechten hingegen geht es darum, dass die Tiere ein Recht auf Leben haben und wir kein Recht sie zu töten. Tiere sind fühlende, mehr oder weniger intelligente Geschöpfe, die genauso gern leben, wie wir Menschen. Sie können lieben, fühlen, hören, sehen, schmecken und sie spüren genauso Schmerz, wie wir auch.
Wer gibt uns denn das Recht, sie zu töten, nur weil es uns schmeckt? Niemand!
Gesundheitlich brauchen wir keine tierischen Produkte, um (gesund) zu überleben. Es ist nicht mehr „notwendig“, darum gibt es auch keinen Grund, diese Wesen so auszubeuten, zu versklaven, einzusperren, zu misshandeln, sie zu töten und dann zu essen. Wir hier haben tolle Alternativen, und als Veganer muss ich auf absolut gar nichts verzichten...und dazu muss ich kein Gen-Soja-Fake-Fleisch essen.